|
Servicedenken statt Kostensenken
Fünf Anforderungen an PPS-Systeme
Wenn Information
schadet
Logistische Zielkonflikte
entschärfen
Im Sinne einer realistischen
Planung
Neuer Stellenwert
der Fertigungssteuerung
Servicedenke statt
Kostensenkung
PPS-Systeme sind in der Vergangenheit
vorwiegend als Kostensenkungssysteme angesehen
worden. Ziele waren, die Materialbestände zu
senken, die Fertigungssteuerung mit weniger
Aufwand durchzuführen und die Maschinenauslastung
zu verbessern. In der letzten Zeit treten andere
Aspekte in den Vordergrund, nämlich durch bessere
Information die Durchlaufzeiten und damit die
Lieferzeiten zu senken (was automatisch auch
die Materialbestände reduziert) und zuverlässige
Liefertermine zu erhalten.
Nicht mehr der Preis und die
Produktqualität stehen im Vordergrund, sondern
die Erfüllung aller Kundenwünsche, als Basis
des Total-Quality-Management-Konzeptes. Diese
Strategie verlangt eine Flexibilität im Angebot
und in der Produktion, die nur mit modernen
Informationssystemen erreicht werden kann. Dadurch
gewinnt die Komponente "Information" einen neuen
Stellenwert.
Fünf Anforderungen
an PPS-Systeme
Für den Aufbau zukünftiger Produktionssysteme
lassen sich daraus Anforderungen an das Informationssystem
ableiten, die auf einer ablauforientierten Betrachtungsweise
aufbauen und die Integrationsmöglichkeit der
Informationsverarbeitung als Grundlage verstehen,
um aufgabenbezogen die Verantwortung für die
technischen Probleme sowie Kosten und Termine
in integrierte - heute noch funktionell getrennte
- Bereiche zu übertragen.
Diese
Anforderungen umfassen:
bessere Synchronisation der Auftragsabwicklung,
besonders in den der Fertigung und Montage vorgelagerten
Bereichen
fortlaufende Ergänzung der Auftrags-, Technologie-
und Betriebsdaten während des Auftragsdurchlaufs
und keine wiederholte Grunddatenerzeugung
schnellen Zugriff auf alle erforderlichen Auftrags-,
Geometrie-, Technologie- und Betriebsdaten durch
Verdichtung der Information auf das für den
jeweiligen Bereich notwendige Maß
Aufhebung der starren Trennung der einzelnen
Bereiche der Auftragsabwicklung und Ermöglichung
einer übergreifenden Arbeitsweise
Verbesserung der Transparenz über den aktuellen
Stand von Kosten und Termine im Vergleich zur
Planung.
Wenn Information schadet
Information ist aber nur dann
wertvoll, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt zur
Verfügung steht und auch mit der Wirklichkeit
übereinstimmt. Diese Forderung kann nur ein
System erfüllen, das die eingehenden Meldungen
schritthaltend verarbeitet, die Konsequenzen
für das Gesamtsystem ermittelt und die Ergebnisse
on-line zur Verfügung stellt, und zwar benutzerindividuell.
Jedes Informationssystem, das diesen Anforderungen
nicht nachkommt, ist eine Fehlinvestition und
richtet zusätzlich durch fehlerhafte Information
Schaden an, weil Anstrengungen unternommen werden,
eine Situation zu bereinigen, die in der dargestellten
Form nicht existiert.
Logistische Zielkonflikte
entschärfen
Die Forderungen des Marktes
nach schneller Lieferfähigkeit trotz niedriger
Kosten und der schnelle Wandel der Produkte
geben der Qualität der Fertigungssteuerung in
einem Industrieunternehmen eine neue Bedeutung.
Sie wird ein Instrument der Marktstellung und
verschafft einem Unternehmen Wettbewerbsvorteile
dadurch, daß es schneller auf Kundenwünsche
reagieren kann. Aus den Forderungen ergibt sich,
wie die Systeme gestaltet sein müssen, mit denen
eine moderne Fertigungssteuerung arbeitet.
Sie müssen
dafür sorgen, daß schnell auf die Kundenwünsche
reagiert werden kann. Diese Kundenwünsche können
Änderungen eines bestehenden Auftrages, beispielsweise
ein anderes Produkt, einen anderen Liefertermin,
betreffen, aber ebenso erweiterte Funktionen,
die vom Wettbewerb bereitgestellt werden.
den Materialbestand niedrig halten und damit
Durchlaufzeiten verkürzen. Die schnelle Reaktion
auf Marktanforderungen ist heute ein wesentlicher
Wettbewerbsvorteil, der vom Abnehmer honoriert
wird.
Änderungen am Produkt durch die Konstruktion
oder Qualitätssicherung schnell umsetzen können.
Eine kurzfristige Produktverbesserung muß der
Produktion schnell mitgeteilt werden können,
um sicherzustellen, daß auch der Abnehmer schnell
davon profitiert.
die vorhandenen Kapazitäten kostenoptimal einsetzen.
Letzteres war noch vor wenigen
Jahren das primäre Ziel der PPS-Zeitwirtschaft.
Aber auch heute noch ist die Auslastung der
Ressourcen zur kostengünstigen Produktion wichtig,
denn gerade in einem Hochlohnland wie der Bundesrepublik
stehen die Unternehmen im scharfen Wettbewerb
mit Ländern, die bei einer ähnlich hohen Produktivität
günstigere Stücklohnkosten haben.
Diese teilweise gegenläufigen
Forderungen lassen sich nur mit großem Aufwand
durch Entscheidungssysteme realisieren. Wirtschaftlicher,
auch für die vorhersehbare Zukunft ist der Weg,
dem Disponenten die Information zu geben, die
er für die Entscheidungsfindung braucht.
Im Sinne einer realistischen
Planung
Jedes Unternehmen braucht eine
langfristige Produktionsplanung, um das Kapazitätsangebot
entsprechend einzurichten und auch für das Materialmanagement
(Bestandsplanung und Beschaffungsmaßnahmen)
ausreichende Grundlagen zu haben. Selbstverständlich
muß diese Produktionsplanung auch mit der Umsatz-
und Ergebnisplanung zusammenarbeiten. Bei jeder
Planung ist die Überprüfung und die Anpassung
durch Ist-Daten obligatorisch und ganz besonders
sollte dies auf die Produktionsplanung zutreffen.
Die Grobplanung ist als Budgetplanung
einfach und fast immer realisiert. Eine echte
Grobplanung betrachtet aber die erwarteten Aufträge
nicht nur vom monetären Aspekt, sondern viel
stärker vom technischen und kapazitiven Ansatz.
Problematischer ist der Übergang
von der Grobplanung zur Feinplanung. Die Grobplanung
beruht auf vereinfachten Kapazitätsannahmen.
Die vereinfachten Verkaufsschätzungen
betrachten Verkaufsgruppen (auch wenn man sie
eventuell anders benennt), die aber intern noch
erhebliche Unterschiede aufweisen können.
Da die Verkaufsgruppen stärker
nach Absatzgesichtspunkten gegliedert sind als
nach fertigungstechnischen Kriterien, bringt
deren Verteilung keine echte Aussage. Besonders
in Bereichen, in denen unterschiedliche Fertigungsverfahren
konkurrieren, können Verschiebungen innerhalb
der Verkaufsgruppe erhebliche Kapazitätsprobleme
bringen. Erst im Laufe der Jahre spielt sich
bei guter Zusammenarbeit der Bereiche die Abgrenzung
so ein, daß die Aussagen nutzbar sind.
Neuer Stellenwert der Fertigungssteuerung
Für diese Aufgaben der Fertigungssteuerung
gibt es unterschiedliche Systeme, die dem Bedarf
des jeweiligen Anwenders entsprechen. Dadurch
gibt es auch unterschiedliche Anforderungen
an den Datenaustausch. Ein PPS-System muß zur
Integration unbedingt transparente Schnittstellen
bereitstellen, die durch entsprechende Routinen
dem jeweiligen Bedarf angepaßt werden können.
Der
Markt der Gegenwart und noch viel mehr der Markt
der Zukunft verlangen Termintreue und kurze
Lieferzeiten bei wettbewerbsfähigen Preisen.
Damit erhält die Fertigungssteuerung einen ganz
neuen Stellenwert. Voraussetzung ist, daß sie
über ein hochwertiges Informationssystem verfügt,
daß alle aufgestellten Anforderungen erfüllt
und im Unternehmen vollständig akzeptiert ist.
Dann ist ein PPS-System in der Lage, die Marktstellung
eines Unternehmens zu verbessern und gleichzeitig
einen wesentlichen Beitrag zur Kostensenkung
zu leisten
|